Bestandserhalt: Das sollten Eigentümer bei der Sanierung beachten

Wer in einem Altbau lebt, weiß zwar meist dessen Charme sehr zu schätzen, wirft aber doch regelmäßig Häuslebauern neidvolle Blicke zu: Ein Neubau hat zahlreiche Vorteile dem Altbau gegenüber: Die moderne Bausubstanz sorgt für eine bessere Isolierung, die Fenster sind dicht, es gibt keine Kältebrücke und Böden sowie Wände sind im Lot und absolut eben, was das Stellen von Möbeln oder die Montage von Bodenbelägen erleichtert. Besonders reizvoll ist auch die moderne Technik, die in Neubauten immer mehr zum Einsatz kommt – Smart Home lautet das Schlagwort.

Spielereien und wirklich sinnvolle technische Finessen sorgen dafür, dass den Bewohner der Alltag massiv erleichtert wird – egal ob bei der Steuerung des Lichts, der Heizung oder der Rollläden. Aber Eigentümer von älteren Bestandsbauten müssen nicht vor Neid verzweifeln. Wer klug und umfassend saniert, muss auf moderne Materialien und Technologien gewiss nicht verzichten. Smart Home zum Selberbauen bietet jedem die Möglichkeit, den Bestand optimal zu nutzen und intelligente Steuerung zu integrieren.

Charme erhalten oder eine klare Linie fahren?

Wer einen Altbau sanieren möchte, steht schon vor der eigentlichen Planung vor einer wichtigen Frage: Soll der Stil des Hauses erhalten werden oder entkernt man es komplett und erschafft ein Interieur, das modern ist und nicht mehr an die Geschichte des Hauses erinnert? Je nach persönlichem Geschmack kann man zwei Wege gehen.

Entscheidet man sich dafür, dem Stil treu zu bleiben, kann man sich Wochen oder Monate später über ein charmantes Zuhause freuen, das zwar nicht modern wirkt, aber zumindest baulich und technisch einer modernen Bauweise entspricht. Bei dieser Entscheidung sollten Bauherren allerdings beachten, dass gewisse Baumaterialien dennoch ausscheiden: Kunststofffenster unterstreichen den Charme eines Bestandshauses nicht. Die Wahl sollte also auf Holzfenster fallen, die jedoch pflegeintensiver sind und leichter undicht werden.

Wer möchte, dass im Innenraum nichts mehr an den Altbau erinnert, der das Haus eigentlich ist, kann sich auf viel Arbeit gefasst machen. Das Entkernen und Begradigen von Wänden und Untergründen nimmt einiges an Mehrarbeit in Anspruch.

Der goldene Mittelweg: So holt man das Beste aus seinem Altbau heraus

Besonders gut eignet sich bei der Renovierung von älteren Häusern das Verbinden von Alt und Neu, also ein gewisser Stilbruch. Ganz den persönlichen Geschmack entsprechend dürfen nach der Sanierung moderne und alte Baustoffe aufeinandertreffen und Materialien wie Holz und Schmiedeeisen sich die Hand reichen. Schiefe Wände werden durch Einbauschränke oder gekonnte Farbgebung komplementiert.

Wer mit viel Beleuchtung arbeitet, kann auch aus einer alten Immobilie mit geringem Lichteinfall etwas Besonderes herausholen: Indirekte Beleuchtung, das Setzen von Akzenten und das Ersetzen von nicht-tragenden Wänden durch Glasfronten kann für ganz viel Atmosphäre sorgen.

Ein weiterer Gegensatz, der sich in sanierten Altbauten besonders gut macht, ist modernste Technik, denn auf diese muss man gewiss nicht verzichten.

Smart Home im Bestandsbau nachrüsten

Eines sollte man immer beachten, wenn man mit dem Gedanken spielt, smarte Steuerungssysteme in das sanierte Zuhause zu integrieren: Das Stromnetz sollte gut sein. Verfügt die Immobilie noch über alte Leitungen, ist das Netz den heutigen Anforderungen oft nicht mehr gewachsen. Im Rahmen der Sanierung empfiehlt es sich also, die Elektronik neu machen zu lassen. Wer einen Schritt weitergehen möchte, sollte Hohlrohre legen lassen, um nachrüsten zu können.

Smart Home selber bauen

Auch im Altbau kann man durch intelligente Steuerungssysteme Zeit gewinnen und Wege sparen. Angefangen bei Kleinigkeiten wie der Weihnachtsbeleuchtung, die man über Smart Home Technologie an- und abschalten kann, wann und von wo man möchte, bis hin zu sicherheitsrelevanten Dingen wie der Aktivierung von Alarmanlagen oder Feuchtigkeitssensoren an den Wänden: Wer Smart Home Steuerung nachrüstet, kommt in den Genuss zahlreicher Vorteile.

Smarte Elemente lassen sich jederzeit nachrüsten, doch spätestens im Zuge einer Renovierung ist es Zeit, gewisse Steuerungsmodule zu integrieren. Viele Menschen starten dabei mit ein paar kleinen Helfern und werden ein so großer Fan moderner Steuerung über Smartphone oder Laptop, dass immer mehr intelligente Alltagshelfer hinzukommen. Bei jeder Sanierung gilt: Der Bauherr sollte prüfen, ob er (staatliche) Förderprogramme abgreifen kann, um finanzielle Unterstützung oder leichtere Kreditkonditionen zu bekommen.